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Wege und Motive der Leitbildentwicklung im Unternehmen

Heute ist es schon fast eine Selbstverständlichkeit, dass Konzerne genauso wie kleine und mittelständische Unternehmen ein eigenes Leitbild besitzen und auf ihrer Homepage präsentieren. Ein Leitbild fasst im Wesentlichen die Vision, die Mission und die Ziele eines Unternehmens zusammen. Auf der einen Seite soll es nach außen informieren und das Unternehmen in möglichst gutem Licht darstellen. Es hat damit eine wichtige Marketingfunktion. Auf der anderen Seite soll es nach innen Orientierung spenden. Es soll im wahrsten Sinne des Wortes die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leiten.

Doch auf welchen Wegen können Leitbilder entstehen? Wovon hängt ab, welcher Weg der richtige ist? Dieser Beitrag soll einen Überblick über Arten und Motive der Leitbildentwicklung geben und damit Unternehmern und Organisationsentwicklern bei der Suche nach dem „richtigen“ Weg unterstützen.

Wege der Leitbildentwicklung

Grundsätzlich lassen sich zwei Grundphilosophien der Leitbildentwicklung unterscheiden. Einerseits können Leitbilder top-down entwickelt und umgesetzt werden. Das bedeutet, dass sich der oberste Führungskreis eines Unternehmens zusammensetzt, die Ziele, Aufgaben, Visionen und Werte der Organisation festlegt und sie im Anschluss an die untergeordneten Ebenen kommuniziert. Andererseits können Leitbilder in einem bottom-up Prozess entwickelt werden, was eine breite Beteiligung und Verantwortung der gesamten Belegschaft vom Pförtner bis zum Geschäftsführer bedeutet. In der Praxis bewegen sich Leitbildprozesse zwischen diesen beiden Polen, wobei es in Abhängigkeit vom tatsächlichen Beteiligungsgrad verschiedene Abstufungen gibt.

Ein konsequenter top-down Ansatz hat die Vorteile, dass die Leitbildentwicklung sehr schnell geht und verhältnismäßig wenig kostet. Oft werden professionelle Kommunikationsagenturen mit der Formulierungsarbeit beauftragt, um sicherzustellen, dass das Leitbild später genau die Wirkung bei Außenstehenden erzeugt, die es erzeugen soll.

Ein konsequenter bottom-up Ansatz hat hingegen die Vorteile, dass sich die Mitarbeiter mit dem Ergebnis identifizieren können und das fertig formulierte Leitbild damit auch intern seine Wirkung entfaltet. Ein solches Vorgehen braucht allerdings mehr Zeit und externe Unterstützung und ist damit teurer, als die top-down Variante.

Motive der Leitbildentwicklung

Welcher Weg der Leitbildentwicklung für Ihr Unternehmen der „richtige“ ist, hängt in erster Linie von der Frage ab, was Sie mit dem fertigen Leitbild erreichen wollen. Anders ausgedrückt geht es um die Funktionen, die das formulierte Leitbild im Unternehmen übernehmen soll. Stehen die nach außen gerichteten Funktionen (Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Legitimation) im Vordergrund, so kann ein sehr schmaler Leitbildprozess konzipiert werden. Unter Umständen kann die Leitbildentwicklung in einem solchen Fall sogar vollkommen ausgegliedert und an eine externe Agentur vergeben werden.

Soll das Leitbild dagegen (auch) interne Funktionen (Koordination, Orientierung, Motivation) übernehmen, so werden diese Ziele mit einer ausgelagerten Leitbildentwicklung kaum erreicht werden können. Eine angemessene Beteiligung der Belegschaft ist hierfür nötig, wodurch der Prozess der Leitbildentwicklung selbst zum Ziel wird. Es geht dann nicht mehr nur um das Ergebnis, sondern auch um die internen Reflexionsprozesse, die mit der Erarbeitung eines authentischen und intern wirkungsvollen Leitbildes zwangsläufig verbunden sind.

Als Faustregel kann festgehalten werden, dass je wichtiger die nach innen gerichteten Funktionen eines Leitbildes sind, desto umfassender sollten die Organisationsmitglieder an der Erarbeitung des Leitbildes beteiligt werden. Neben der weichenstellenden Frage nach den zukünftigen Funktionen des Leitbildes, spielen auch andere Faktoren für die Gestaltung eines Leitbildprozesses eine Rolle.

Weitere Rahmenbedingungen: Kosten und Zeit

Leitbildentwicklung kostet Geld. In Abhängigkeit von der Zahl der Mitarbeiter und dem Ausmaß ihrer Beteiligung entstehen Kosten für die investierte Arbeitszeit und natürlich für die professionelle Moderation. Je nach Unternehmensgröße können die Gesamtkosten der Leitbildentwicklung schnell auf fünf- bis sechsstellige Beträge anwachsen.

Während die Entwicklungskosten eines Leitbildes recht zügig bestimmt werden können, lässt sich sein nur schwer monetär ausdrücken. Ein wirkungsvolles Leitbild gibt Orientierung im Alltag und reduziert Reibungsverluste. Man benötigt weniger Zeit für die Klärung von Prioritäten, Zielen und Konflikten. Die damit verbundene Kostenersparnis kann dem finanziellen Aufwand der Leitbildentwicklung entgegengestellt werden und wird – bei einer mittel- bis langfristigen Betrachtung – die Kosten übersteigen (siehe zu den Kosten von Konflikten und Reibungsverlusten in Organisationen die KPMG Studie aus dem Jahr 2009).

Daneben spielt Zeit in doppelter Hinsicht eine Rolle für die Leitbildentwicklung: Erstens wird die Arbeitszeit derjenigen gebunden, die an dem Prozess beteiligt sind. Zweitens lebt ein Leitbildprozess, an dem viele Beschäftigte mitwirken, von den Diskussionen und Reflexionsprozessen zwischen den offiziellen Leitbildterminen.

Es kann also festgehalten werden, dass neben den Funktionen des Leitbildes die zur Verfügung stehende Zeit und das finanzielle Budget darüber entscheiden, mit welchem Beteiligungsgrad die Erarbeitung des Leitbildes erfolgen sollte.

 

Sie stehen in Ihrem Unternehmen vor der Frage, ob und wie Sie ein neues Leitbild erarbeiten können? Sie überlegen, wie Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinreichend einbinden können? Sie benötigen Unterstützung bei der Konzeption und Moderation Ihres Leitbildprozesses?

Dann nehmen Sie Kontakt mit OBMT auf – wir unterstützen Sie auf Ihrem Weg!

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